Reviews / Publikumsstimmen
Die weltweit gespielte Tragödie um Prinz Hamlet – hier einmal ganz anders. Erweitert um eine in einem guten Sound spielende Liveband, 3D Animation, Lasershow, Video-Installationen, moderne Grafiken, eine aufwändige Kostümierung. Hier trifft Theater auf Performance, der klassische Text trifft auf Bilder und Eigenerfahrungen aus dem Jetzt und deutet manches mal dunkel in die Zukunft. Trotz aller Bilderflut, das eigentliche Thema – die zwischenmenschlichen Konflikte – es geht nicht verloren. Wer dafür Sinn, Auge und Ohr hat, der findet hier mehr als ein abendfüllendes Programm, der erlebt einen großen Theaterabend.
Andreas Dorfstecher

Es war eine beeindruckende Aufführung in einer ausgewöhnlichen Location! Die Einblendungen der Weltraumszenen und dazu die passenden Kostüme der Darsteller überraschten. Da Englisch als die “Muttersprache der Rockmusik” gilt, wünsche ich der Produktion auch möglichst einen Erfolg über den deutschsprachigen Raum hinaus. Die Idee mit den eingeblendeten Refrains mit zusätzlichen “deutschen Untertiteln” fand ich gut. Ich denke, so 2 bis 3 Titel haben so auch durchaus “Ohrwurmqualität”. Schade war allerdings, dass die “Zirkusnummern” mit Jessica Illing und den beiden Akrobaten mit der Wippe vom Publikum nicht entsprechend honoriert wurden, aber vielleicht konzentrierten sich die Besucher mehr auf die Musik. Alles in allem war es eine tolle Sache.
Manfred Morawetz

Eine faszinierende Darbietung mit exzellenten Darstellern, tollen Kostümen, überraschender Regie und wunderbarer Musik. Ich würde mir sofort eine CD mit den 26 Titeln kaufen und hoch und runter spielen!
Martina Jeschke

Am Anfang war ich skeptisch: Hamlet im Weltraum und das noch auf Englisch? Blutrünstiges Drama in Zeiten, wo eh zu viel über Krieg geredet wird, anstatt etwas für Frieden zu tun. Aber naja, das Stück zeigt wie es enden kann, wenn man nur auf Rache sinnt und hat also nicht nur im Shakespeare-Jahr Aktualität. Meine Sorge um das Englische wurde mir gleich am Anfang durch die Einführung von Peter Wieland genommen. So können auch Schüler, die sich vorher nicht mit dem Stück beschäftigt haben, der Handlung folgen. Zum Nachlesen gab es die ja auch noch einmal im schön gestalteten Begleitheft. Wer dann den Originaltext zu Hause noch mal nachlesen wollte, konnte ja auch diesen mit der deutschen Übersetzung noch mitnehmen. Ich habe noch nicht viele Hamlet-Inszenierungen mir angetan, nur die des Hans-Otto-Theaters. Und im Vergleich muss ich sagen, dass mich eure Inszenierung wirklich ins Stück gezogen hat, während das andere Stück sehr Hochkultur war. Also jedem wie's gefällt ... Hochkultur ist halt manchmal zäh. Eure Aufführung war spannend und mit Spaß-Einlagen inszeniert, die dem Stück nicht geschadet haben. So wie ich es schon von FAUST – Die Rockoper kenne. Ich fand z. B. den Kampf zwischen Hamlet und Laertes witzig – tauchte da doch das gute alte Atari-Spiel wieder auf, wo man es nicht erwartet hatte. Oder der Computerhund, mit dem Ophelia spielte, weil Hamlet sie ignorierte. Schöne Einfälle. Der anschließende Kampf mit den Tablets ... naja, wirkte etwas gequält. Da hätte ich mir – wenn schon Star Wars – lieber die leuchtenden Laserschwerter gewünscht. Das Geschehen auf der Bühne mit dem minimalistischen Bühnenbild (wer hat die tollen Sessel entworfen – die würde ich mir ins Wohnzimmer stellen, wenn ihr sie nicht mehr braucht) wurde durch die LED-Wand aufgewertet. Als Nicht-Star-Wars-Fan habe ich die verschiedenen Raumschiffe nicht auseinanderhalten können. Dafür waren die Einblendungen des Refrains noch mal eine Hilfe fürs Zurechtfinden in der englischsprachigen Handlung. In der Abstimmung müsst ihr noch was tun. Klemens meinte, ans Ende der Szene muss man ein paar schwarze Bilder stellen, damit es am Anfang der neuen Szene nicht die Überblendungen aus der alten gibt oder so. Toll fand ich auch die Varieté-Einlage der Schauspieltruppe in der Mausefalle. Überraschend – das gab der Aufführung noch mal Pfeffer. Und überhaupt – die Kostüme haben mir auch gut gefallen, insbesondere das der Königin. Ophelia wirkte in ihr Kleid etwas hineingestopft, das war schade, weil das Kleid an sich in seiner Schlichtheit, nur mit den LED-Leuchten auch ganz toll war. Aber ihr Gesang ... in dieser Aufführung der Beste im Stück. Hamlets Stimme – auch Klasse, aber aufgrund der Erkältung des Darstellers mit Luft nach oben. Respekt, dass er das durchgezogen hat. Falko Illing war mir ehrlich gesagt etwas zu regungslos. Seine (von Rockfans geliebte) Metal-Stimme war wie erwartet gut, aber er agierte wie Mephisto. Ich hätte mir den Claudius auch von der Mimik her etwas anders als Mephisto gewünscht. Also für mich war es eine gelungene Aufführung, spannend, abwechslungsreich, überhaupt nicht zäh. Und wenn Frau in eine Rockoper geht, erwartet sie ja auch neben der Aufführung der Originaltexte live gesungen nicht weitere Hochkultur, sondern Rock. Und eure Band war wirklich Klasse – wenn die mal loslegen konnten, dann hat's ordentlich gescheppert. Die Erwartungen wurden absolut erfüllt.
Karin S.

In unserem Kurs "Darstellendes Spiel" haben meine Schüler folgendes Feedback zusammengestellt: Uns hat die Inszenierung sehr gut gefallen. Die Live-Band und die Sänger waren gut und sehr harmonierend. Die Musik war sehr passend eingesetzt und die Abwechslung zum gesprochenen Text war ideal für das sonst sehr lange Stück. Musik und Text waren im Gleichgewicht. Der Einsatz der Leinwand war gut und sehr hilfreich zur Unterstützung des Textverständnisses. Die Kostüme haben die dargestellten Charaktere gut unterstrichen. Die Tänzerinnen haben uns sehr gut gefallen. Das Verlegen des Stücks in den Weltraum war sehr interessant. Die Schauspieler haben uns überzeugt, beim Gesang fanden wir Claudius und Ophelia am beeindruckendsten. Wir würden auf jeden Fall nochmal in die Vorstellung gehen!
Daniela Sahraoui